Michael Neander
Ein unvergessener Pädagoge (1525 - 1595)
Michael
Neander wurde 1525 in Sorau/Niederlausitz geboren. Von 1544 bis 1547 studierte
er an der Universität in Wittenberg. Ab 1547 wirkte er als Unterlehrer
am Nordhäuser Gymnasium und war gleichzeitig Hauslehrer.
Mit seiner Berufung durch Thomas Stange kam Neander 1550 als Lehrer und Rektor
nach Ilfeld an die Klosterschule. Er wurde zu einem der größten Pädagogen
der nachreformatorischen Zeit und wirkte hier bis zu seinem Tode. Bedeutung
besitzt er darüber hinaus als Historiker.
Seine größten Verdienste um das Schulwesen waren die Einführung
von Geographie und Naturwissenschaften in den Unterricht der Gymnasien des 16.
Jahrhunderts. Als Rektor der Klosterschule gab er zahlreiche Lehrbücher
heraus, die allerdings aus heutiger Sicht zum großen Teil wissenschaftlich
und methodisch überholt sind. Dennoch gebührt Neander die Anerkennung,
als erster die Naturwissenschaften in den Lehrbetrieb der Lateinschulen übernommen
zu haben.
Die
Belesenheit und das Wissen Neanders waren sehr groß. In Kenntnis vieler
Schriftstücke aus der Feder dieses Erziehers und Lehrers kann ersehen werden,
dass Neander im Gegensatz zu vielen seiner Mitgenossen den Wert und die Schönheit
der deutschen Muttersprache erkannte.
Heute steht direkt vor der ehemaligen Klosterschule ein Denkmal zu Ehren des
herausragenden Lehrers und Rektors.
Zitat
„Ja, manchmal steckt in den drei Worten eines deutschen
Sprichworts all das drin, was in den Büchern sämtlicher Philosophen
an Weisheit und Bildung vorgeschrieben und überliefert ist.“
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